Posts Tagged ‘WGA’

The Greatest Movie Never Made

Freitag, Mai 2nd, 2008

Three months ago, when the writers’ strike was still in full effect, I wrote a letter to Wes Anderson. Yes, an actual hand-written letter (of 800 words, no less). In it, I proposed to write a screenplay for him that could be turned into a truly terrific film. Sadly, Mr. Anderson hasn’t replied to my letter to this day. Since I’m sick and tired of waiting for him to realize how great this story is, I’m going to post it here. Many other directors, producers and film-makers frequent this site and I’m sure many of them will be interested in picking up this exciting project. Please excuse the fact that the story is still contained inside the letter format, but since I’m not yet getting paid for this, I couldn’t be bothered to remove the parts addressed to Mr. Anderson. I’m sure you understand. (weiterlesen …)

Streik, Oscars, New Line und Co

Montag, Februar 25th, 2008

Seit meinem letzten Eintrag über das bevorstehende Ende des Streiks der Drehbuchautoren sind ja doch einige Wochen ins Land gezogen. Der Grund dafür war simpel: Da ich meine journalistische Integrität als wichtiger betrachtet habe als meine schriftstellerische, habe ich ja auch während des Streiks eifrig geschrieben. Kaum war dieser beendet (an dem von mir schon angekündigten Tag) bin ich dann selber in den Streik getreten. Leider hat die AMPTP jedoch bis heute nicht auf meine (sehr moderaten) Forderungen reagiert und mein Streikposten vor dem Kodak Theater bei der gestrigen Oscar-Verleihung hat die Schauspieler auch nicht gestoppt. Wahrscheinlich weil er schon einige Stunden vor deren Auftauchen vom LAPD entfernt wurde. Und somit schreibe ich jetzt auch wieder – und hoffe, dass die Schauspieler, die in der SAG (Screen Actors Guild) vereinigt sind und deren Rahmenvertrag mit der AMPTP im Juni ausläuft, mich bei ihren Verhandlungen nicht vergessen. Denn auch wenn die Führung der SAG noch nicht mit der AMPTP spricht / sprechen will, läuft die PR-Maschine zur Verhinderung eines weiteren Streiks bereits auf Hochtouren. So haben beispielsweise einige der bekanntesten und beliebtesten Schauspieler der USA wie George Clooney und Tom Hanks die SAG schon aufgefordert, die Verhandlungen bald zu starten.

Gestern also war die Oscar-Verleihung – und da mein Versuch, sie zu bestreiken, leider verfrüht gescheitert ist, habe ich es mir natürlich dann doch angesehen. Was soll man dazu schon sagen: 4 Stunden feiert sich die Filmindustrie selber und man wartet als Zuschauer gespannt darauf, dass jemand mal endlich etwas wirklich Witziges sagt. Aber als relativer Oscar-Neuling sehe ich die Show eigentlich schon noch ganz gerne. Jon Stewart als Gastgeber war, wie auch schon 2006, lustig und souverän (auch wenn die meisten Kritiker das anders bewerten) und die meisten Gewinner – erwartete wie unerwartete – waren wohl auch gerechtfertigt. Die größte Überraschung war wohl die Auszeichnung Tilda Swintons als beste Nebendarstellerin, die sich unerwartet gegen Cate Blanchett und Amy Ryan durchsetzte. Auch interessant ist der Gewinn von drei (eher unbedeutenden) Auszeichnungen durch “The Bourne Ultimatum” – man wurde den Eindruck nie so ganz los, dass einige der Academy Mitglieder den Film gerne auch in wichtigeren Kategorien gesehen hätten. Die Gesamtliste der Gewinner kann man an vielen Stellen einsehen – in der Hoffnung dass wenigstens Amazon mich bezahlt, verlinke ich hierfür mal wieder zur IMDB.

Ein bedeutender Anteil der Oscar-Verleihung sind immer die Montagen, also die Zusammenschnitte von Filmszenen oder früheren Preisträgern. Wenn, bedingt durch den Autorenstreik, die Vorbereitungszeit dann noch etwas kürzer wird, spielen sie noch eine wichtigere Rolle. Auch diesmal fehlte nicht das Gedenken an diejenigen Hollywoodianer, die im letzten Jahr verstorben sind. Den Abschluss der Auflistung bildete dabei Heath Ledger. Als Ledger starb, hatte er gerade eine Drehpause von dem Film “The Imaginarium of Doctor Parnassus” – dem neuen Film von Terry Gilliam. Dieser dachte schon, dass er mal wieder ein Projekt unvollendet abbrechen müsste, aber jetzt hat sich doch noch ein Ersatz gefunden. Oder genauer gesagt gleich drei. Denn die Rolle von Ledger werden in dem Film jetzt Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell übernehmen – in den noch nicht gedrehten Szenen. Wie es funktionieren soll, wenn vier Schauspieler eine Figur spielen, wird sich zeigen, aber der bisherige Erfolg von “I’m not there” scheint darauf hinzudeuten, dass es durchaus möglich ist.

Derweil rückt das Ende von dem beliebten Studio New Line immer näher. Nachdem auch “Der Goldene Kompass” ziemlich schlecht gelaufen ist, deutete sich ja schon an, dass das Studio von Warner Bros. übernommen wird. Die Verträge der Geschäftsführer wurden nicht verlängert und auch wenn die Einigung mit Peter Jackson und die Ankündigung von zwei “Der kleine Hobbit” Filmen nochmal als Hoffnungsschimmer galt, ist spätestens seitdem die Nachfahren von JRR Tolkien New Line verklagt haben, da es nicht für die Rechte am “Herr der Ringe” bezahlt habe, wohl endgültig mit der Eigenständigkeit vorbei.

Um nicht ganz so traurig zu schließen: Bei der Verleihung der Independet Spirit Awards am Samstag hat “Juno” sich als der große Gewinner herausgestellt. Der Film ist jetzt schon in den USA der größte Independent Erfolg seit “My Big Fat Greek Wedding” und die Komödie mit der grandiosen Ellen Page in der Hauptrolle läuft am 20. März auch in Deutschland an.

Alles hat ein Ende…

Sonntag, Februar 10th, 2008

Alles hat ein Ende – scheinbar sogar der Streik der Drehbuchautoren in den USA. Gestern gab es Mitgliederversammlungen der WGAE und WGAW (Writers’ Guild of America East bzw. West) in New York und Los Angeles, bei denen die anwesenden Autoren große Zustimmung für einen mit der AMPTP ausgehandelten Vertrag zeigten. Es wird jetzt noch eine offizielle Urabstimmung geben, aber derzeit deutet alles daraufhin, dass ab Mittwoch in Hollywood wieder gearbeitet wird – und dass damit die Oscar Verleihung, die zweite Saisonhälfte der Fernsehserien und die Blockbuster für 2009 gerade noch gerettet werden konnten.

Oscar und der Autorenstreik

Sonntag, Februar 3rd, 2008

Ehe es völlig in Vergessenheit gerät: Ja, die Drehbuchautoren in USA streiken immer noch. Oder zumindest die meisten. Denn die WGA hat inzwischen eine große Anzahl von individuellen Verträgen mit einzelnen Studios und Produktionsfirmen geschlossen, ganz nach dem Vorbild von Worldwide Pants und United Artists. Die vollständige Liste: The Film Department, Intermedia, RKO Productions Inc, Lionsgate, Marvel Studios, Yari Film Group, Anonymous Content/Overt Operations, The Weinstein Company, United Artists, Sidney Kimmel Entertainment, Spyglass Entertainment, MRC, Jackson Bites, Mandate Films und Worldwide Pants

Währenddessen kommt die Oscar-Verleihung immer näher und noch immer geben sich die Organisatoren der Academy of Motion Picture Arts and Sciences optimistisch, dass die Veranstaltung wie geplant über die Bühne gehen kann. Allerdings haben sie in der vergangenen Woche noch einmal öffentlich die WGA dazu aufgerufen, die Veranstaltung nicht zu bestreiken. Diese plant aber weiterhin, dies zu tun, und laut SAG (Screen Actors’ Guild, deren Vertrag mit der AMPTP im Juli ausläuft…) werden die Schauspieler dann auch an der Oscarverleihung nicht teilnehmen, so dass dieser ein ähnliches Schicksal wie den Golden Globes droht.

Aber halt! Vielleicht tut sich ja doch noch vor der Veranstaltung etwas. Wie verschiedene Quellen berichten, darunter die nicht unbedingt unseriöse New York Times, sind die inoffiziellen Verhandlungen zwischen WGA und AMPTP sehr gut vorangekommen und eine Einigung ist in Sicht, vielleicht sogar noch rechtzeitig für die Oscar-Verleihung. Die WGA berichtet (inoffiziell), dass man sich in Worten einig sei und diese jetzt nur noch in eine Vertragsfassung gebracht werden müssen. Dass dies allerdings nicht von jetzt auf gleich gehen kann, beweisen die Verhandlungen zwischen der DGA (Directors’ Guild of America) und der AMPTP, die auch nach einer vorläufigen Übereinkunft noch einige Zeit dauerten, bis alles spruchreif war.

Aber vielleicht kommen wir alle doch noch in den Genuss, Jon Stewart ein zweites Mal als Gastgeber bei der Oscarverleihung zuzuhören. Der österreichische Film “Die Fälscher” wird übrigens als heißer Kandidat für den besten ausländischen Film gehandelt.

Mein Onkel Oscar würde sich im Grabe umdrehen

Dienstag, Januar 22nd, 2008

Heute morgen wurden in L.A. (um 5:30 Ortszeit, keine Ahnung warum) die Nominierungen für die Academy Awards (eher bekannt unter dem Namen Oscars) bekanntgegeben. Statt auf die Nominierungen einzugehen, die jeder hier (schön aufbereitet) oder hier (nur Text) nachlesen kann, möchte ich nur auf den großen Fehler der Academy for Motion Picture Arts and Science hinweisen:

Der Simpsons Film wurde vergessen! Ein Skandal sondergleichen! Als beste Animationsfilme stehen nur Persepolis (sicherlich völlig berechtigt), Ratatouille (darüber lässt sich streiten, i.e. alle sagen die Nominierung ist gerechtfertigt während ich das bestreite) und Könige der Wellen (…)  zur Wahl. Ich würde ja jetzt vorschlagen, die Oscar-Verleihung deswegen zu boykottieren, aber da der Autorenstreit immer noch kein absehbares Ende hat, wird das wohl sowieso nicht nötig sein…

Golden Globes vergeben

Dienstag, Januar 15th, 2008

Am gestrigen Sonntag wurden in Los Angeles die Golden Globes verliehen. Dieser von der HFPA (Hollywood Foreign Press Association) vergebene Preis gilt schon seit einiger Zeit als nahezu bedeutungslos (die HFPA hat gerade mal 100 Mitglieder, ist also keine wirkliche Vertretung der ausländischen Journalisten in Hollywood) und die Zeiten als die Globes als optimale Indikatoren für die Oscars galten sind wohl auch vorbei. Aber dank dem Autorenstreik wurde alles noch ein bisschen unwichtiger: Statt der üblichen dreistündigen Show gab es nur eine halbstündige Pressekonferenz – ohne Stars, ohne Glanz, ohne Glamour.

Das Ergebnis war dann auch nicht sonderlich glamourös – kein Film konnte mehr als zwei Auszeichnungen davon tragen. Gewinner der Auszeichnungen als beste Filme waren “Abbitte” bei Dramen und “Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street” bei Komödien und Musicals. Dieser gewann auch den Award für den längsten Filmtitel sowie Johnny Depp die Auszeichnung als bester Schauspieler, während bei den Dramen hier Daniel Day-Lewis für “There Will Be Blood” (deutscher Titel noch nicht bekannt?) geehrt wurde. Bei den Damen wurden Julie Christie (“An Ihrer Seite“) sowie Marion Cotillard (“La Vie en rose“) ausgezeichnet. Als bester Animationsfilm wurde unverständlicherweise “Ratatouille” (dafür gibt es noch nicht mal einen Link…) ausgezeichnet, wo doch jeder weiß, dass der Simpsons Film um Längen besser war. Eine vollständige Liste der Gewinner kann beispielsweise hier (auf Englisch) oder hier (auf Deutsch) eingesehen werden.

Neben Auszeichnungen für Filme gibt es auch noch Golden Globes für Fernsehsendungen und -schauspieler, aber wer da gewonnen hat interessiert ja nun wirklich niemanden.

United Artists verdient seinen Namen wieder

Samstag, Januar 5th, 2008

Man mag über Tom Cruise (und seine Religion) ja denken, was man möchte, aber dumm ist er nicht. Während in Hollywood die Golden Globes vor dem Aus stehen, weil die Schauspieler, die dort als Preisempfänger auftreten sollten sich mit den streikenden Autoren solidarisiert und angekündigt haben, nicht zur Preisverleihung zu erscheinen, macht es Cruise David Letterman nach und mutiert zum Streikbrecher der besonderen Art. Cruise ist seit vergangenem Jahr Chef des Studios United Artists und hat es nach Jahrzehnten wieder zurück in die erste Liga der großen Studios gebracht. Und jetzt hat er (bzw. seine langjährige Produzentin Paula Wagner) mit der WGA ein Abkommen erzielt, dass es UA als erstem (und vorerst einzigem) Studio erlaubt, Drehbuchautoren zu beschäftigen.

Genauso wie das Abkommen zwischen Worldwide Pants (siehe letzer Eintrag) und der WGA ist dieser Vertrag auch Teil der neuen “divide & conquer” Strategie der WGA, mit der diese hofft, die in der AMPTP organisierten Studios zu Verhandlungen zu zwingen. Und offensichtlich scheint es zu funktionieren, den welche Firma kann es sich schon leisten, wenn einer der Hauptkonkurrenten einen solchen Wettbewerbsvorteil hat? Besonders schön ist natürlich, dass nicht irgendein Studio zum Streikbrecher wird, sondern ausgerechnet United Artists, dass in den 20er Jahren von damaligen Filmgrößen um Charlie Chaplin gegründet wurde, um die Macht der großen Studios zu brechen…

Offiziell ist das Ganze übrigens noch nicht, aber meine Quellen (ahem…) sprechen davon, dass die Bestätigung morgen folgen wird.

Streikbrecher der besonderen Art…

Donnerstag, Januar 3rd, 2008

Nachdem über Weihnachten und Neujahr Ruhe hier eingekehrt ist (alle Einträge wurden lange vor Weihnachten geschrieben) und hoffentlich alle Leser und Schreiber schöne Feiertage hatten und gut ins neue Jahr gekommen sind (Ganz besonderen Dank an diejenigen, die auf die Idee gekommen sind, mir Weihnachtsfilme zu Weihnachten zu schenken. Ich werde es nicht vergessen…), gibt es jetzt noch einmal (deutlich verspätet) Neuigkeiten vom Autorenstreik im fernen Amerika.

Worldwide Pants (Weltweite Hosen, kein Scherz), die Produktionsfirma der Sendungen “Late Show with David Letterman” und “Late Late Show with Craig Ferguson” hat ein “Interimabkommen” mit der WGA getroffen, dass es den beiden Abendunterhaltern erlaubt, seit dem 2. Januar wieder auf Sendung zu sein – und zwar im Gegensatz zu ihren Kollegen wie Jay Leno oder Jon Stewart nicht als Alleinunterhalter, sondern mitsamt ihren Autoren. Und somit dürfte zumindest Letterman deutlich lustiger sein, als die anderen (Ferguson habe ich zu selten gesehen, um mir ein Urteil zu erlauben). Die Hoffnung ist natürlich, dass dies den Druck auf die anderen Sender, besonders NBC (Leno) erhöht, individuelle Absprachen mit der WGA zu treffen oder zumindest die AMPTP zurück an den Verhandlungstisch zu drängen. Aber natürlich sehen das nicht alle als Schritt in die richtige Richtung – auch nicht alle Autoren. Viele finden es schlicht unfair, dass die Letterman-Autoren wieder arbeiten (und Geld verdienen) dürfen, während ihre Kollegen weiterhin streiken. Und viele fürchten natürlich auch, dass die Solidarität zwischen den Autoren damit angegriffen wird.

Aber wenigstens gibt es somit wieder etwas zu lachen im amerikanischen Fernsehen.

Ausgesprochen Abgebrochen

Samstag, Dezember 8th, 2007

Als würde die AMPTP einem Drehbuch folgen, hat sie am gestrigen Freitag die Verhandlungen mit der WGA über ein Ende des Streikes der Autoren in den USA abgebrochen. Die Vereinigung der Studios hat eine Liste an Forderungen auf den Tisch gelegt und klar und deutlich gesagt, wenn die WGA auf diese nicht umgehend eingeht, würden die Gespräche nicht fortgesetzt. Die WGA hat sich im Gegenzug geäußert, dass sie gerne verhandeln will, aber sich nicht erpressen lässt und ein solches Ultimatum nicht annehmen wird. Und somit sprechen beide Seiten seit gestern nicht mehr miteinander, sondern schieben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe. Dass dabei vor allem die AMPTP blöd aussieht, scheint diese nicht sonderlich zu interessieren. Solange die WGA den Forderungen der AMPTP nicht zustimmt, wird diese nach eigener Aussage nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren. Nachgelesen werden kann das Ultimatum der AMPTP (auf Englisch) beispielsweise hier.

Während die Zukunft jetzt also alles andere als vorhersehbar ist, scheinen zwei mögliche Entwicklungen besonders wahrscheinlich. Entweder wird die WGA irgendwann einknicken – ewig können die Autoren nicht streiken, irgendwie müssen sie Geld verdienen. Und auch die anderen Betroffenen in der Unterhaltungsindustrie sind auf eine Einigung angewiesen – denn sie sind nicht im Streik, sondern entlassen. Und für viele der “einfachen” Arbeiter ist das in den USA existenzbedrohend. Wenn sich jetzt noch die DGA (Directors’ Guild of America, Verband der amerikanischen Regisseure) mit der AMPTP einig wird (was die WGA natürlich verhindern will, besonders die 1.300 Leute, die Mitglied beider Verbände sind), ist es vorprogrammiert, dass die WGA irgendwann nachgibt. Nicht heute und auch nicht nächsten Monat, aber wenn der Streik sich erstmal ein halbes Jahr oder Jahr hinzieht, muss eine Seite einlenken – und die AMPTP wird das nicht sein.

Die andere Möglichkeit ist (und das ist diejenige auf die alle, die gerne unterhalten werden, hoffen sollten), dass einzelne Mitglieder der AMPTP die Sache selber in die Hand nehmen. Die Mitglieder der AMPTP sind Konkurrenten in einem hart umkämpften Geschäft – und wenn plötzlich Warner Brothers wieder neue Fernsehserien und Filme produzieren kann während Fox und Disney stillsitzen müssen, wird das die Industrie gewaltig durcheinander bringen. Jedes der vier großen Unternehmen (Time Warner, News Corp, Disney und Viacom) hat also ein Interesse daran, den Streik im eigenen Haus möglichst schnell zu beenden. Und wenn erstmal eines der Unternehmen eingelenkt hat, werden die anderen schnell folgen müssen. Es bleibt also abzuwarten, wie lange die Allianz der Konkurrenten anhält.

Der Streik geht weiter…

Freitag, Dezember 7th, 2007

… aber dafür droht das Ende von New Line.

Wir unterbrechen das reguläre Programm (i.e. den Adventskalender) um einige Neuigkeiten aus der Filmbranche weiterzugeben.

In den USA streiken die Drehbuchautoren immer noch. Und die positive Stimmung, die sich verbreitete, nachdem angenommen wurde, der Streik könnte bald enden, hat sich leider wieder gelegt. Die Verhandlungen zwischen WGA (dem Verband der amerikanischen Drehbuchautoren) und AMPTP (dem Verband der (großen) Film- und Fernsehstudios) laufen zwar noch (bzw. wieder), bringen aber keine Ergebnisse. Und jetzt gehen Insider davon aus, dass die AMPTP die Verhandlungen bald abbrechen wird (und natürlich versuchen wird, die Schuld dafür der WGA in die Schuhe zu schieben) und dass das erhoffte Streikende vor Weihnachen sich auf mindestens Ende Februar verschiebt. Und bis dahin dürften dann deutlich mehr als die bisher betroffenen handvoll Filme erstmal verschoben werden.

Ein anderes Ende hingegen wird immer wahrscheinlicher: New Line Cinema, vor allem bekannt und groß geworden durch die Herr der Ringe Filme, droht der nächste Flop. Das Studio hat es seit Herr der Ringe nicht mehr geschafft, einen richtigen Kassenschlager zu produzieren und vor allem das letzte Jahr war desaströs. Also hat man alles auf die Karte “Der goldene Kompass” (seit gestern in deutschen Kinos) gesetzt – und sich wohl verpokert. Der Film wird von allen Seiten attackiert – von katholischen Verbänden wegen der Religionskritik in der (exzellenten) Vorlage und von Fans der Büchern und Kritikern dafür, nicht konsequent genug zu sein und die Aussage des Buches zu verwässern. Und anscheinend hält sich trotz einer gigantischen Medienkampagne das Zuschauerinteresse in Grenzen – die erwarteten Einnahmen für das Eröffnungswochenende in USA wurden bereits auf $20 Millionen runter korrigiert – weit entfernt von den $50 Millionen die normalerweise ein Indikator dafür sind, dass ein Budget von über $200 Millionen wieder eingespielt werden kann. Und wenn der Film wirklich floppt werden nicht nur die beiden weiteren Bücher der Trilogie (“Das magische Messer”, “Das Bernsteinteleskop”) nicht verfilmt, sondern Warner Brothers (denen New Line gehört) werden sich sicherlich noch mal überlegen, ob es sich lohnt, das Studio noch zu betreiben.