Deine Geschichte IV: Tine

Jetzt also mal auf Deutsch – wer nicht weiß worum es geht und auch kein Englisch kann, steht jetzt blöd dar. Im Prinzip ist es ganz simpel: Jemand schreibt einen Kommentar mit drei Eckdaten und ich mache eine Geschichte daraus. Hier kann man das im Detail nachlesen, aber eben nur auf Englisch. Aber auch wenn da jetzt gleich “Read the rest of this entry” steht, geht es danach auf Deutsch weiter. Allerdings ist mir diese Geschichte nicht sonderlich gelungen. Meine Kreativität wurde entführt und die Lösegeldforderungen sind zu hoch um darauf eingehen zu können.

Die Herausforderung:

Was hältst Du von einer Komödie, damit es leichter für mich ist in meiner Muttersprache, also deutsch und mit den 3 gewünschten Eckpunkten:

- Okkultismus

- Maulbeerbaum

- Wasserstoffsuperoxyd

oh je, vielleicht doch besser ein Krimi?

Die Antwort:

Doktor Horror ist ein Krimineller der alten Schule – hochintelligent, kreativ und vermögend. Dabei vergisst er aber auch nicht seine Manieren. Wenn er nicht gerade dabei ist, für Chaos und Verwüstung zu sorgen oder historisch bedeutende Kunstschätze zu stehlen, hilft er alten Damen über die Straße und spendet Geld für den Wahlkampf von Barack Obama. In seiner Freizeit pflegt Doktor Horror seinen Maulbeerbaumgarten, der neben den bekannten Arten auch eigene Züchtungen enthält. Seine Verstecke sind perfekt konstruiert – selbst James Bond könnte aus den Fallen, die er seinen Gegnern stellt, nicht entkommen.

Monster ist der Name eines auf den ersten Blick typischen Schlägers. Groß gewachsen und muskulös gebaut wird er oft für einen Albino gehalten – milchig weiße Haut und so helle Haare, dass sie fast weiß wirken. Aber seine Augen verraten die Wahrheit; nicht rötlich wie bei Albinos, sondern dunkelbraun, offenbaren sie, dass sein Aussehen Folge eines Unfalls ist – und nicht eines genetischen. Als er mal wieder für Doktor Horror arbeitete, fiel er beim Auffüllen eines Wasserstoffsuperoxidtanks selbst in diesen hinein. Dank der schnellen Reaktion von Doktor Horror kam er mit dem Leben davon, wird aber bis ans Ende seiner Tage ausgebleicht durch die Gegend laufen müssen.

Die beiden haben schon oft zusammengearbeitet – Doktor Horror macht die Pläne, und Monster sorgt für die Umsetzung, solange reine Kraft wichtiger als überlegtes Handeln ist. Und jetzt hat Doktor Horror einen Plan, der alles bisher da gewesene in den Schatten stellt. Der Plan der Pläne. Der Plan, der ihm einen Platz in der Geschichte des organisierten Verbrechens einbringen wird. Und in der des unorganisierten. Die Idee ist so einfach wie genial – statt selber die illegalen Seiten des Verbrecherdaseins auszuführen, nutzt der Plan die Gutgläubigkeit der Menschen aus, die sich dann zu Gesetzesbrechern machen. Und Doktor Horror und Monster im Hintergrund können ihre Hände in Unschuld waschen – in milliardenschwerer Unschuld. Monster mit seinem ungewöhnlichen Aussehen soll als unfehlbares Medium auftreten. Mit einigen preiswerten Demonstrationen seines Kontaktes zur Totenwelt (natürlich nachts bei einem drittklassigen Fernsehsender) sollen an Okkultismus Glaubende dazu bewegt werden, ihn als wirkliche Verbindung zu ihren verstorbenen Vorfahren, Nachfahren und Freunden anzusehen. Und wenn das Interesse der Öffentlichkeit erstmal geweckt ist und genug Leute an die Wahrheit der Aussagen glauben, was dank der hervorragenden Recherche-Fähigkeiten von Doktor Horror in Verbindung mit Google keine große Kunst darstellen sollte, werden auch reiche und mächtige Leute Interesse an einem Gespräch mit Monster haben. Und wenn dieser dann die Preise gewaltig erhöht ist es ja kaum das Verbrechen von unseren Vorzeigekriminellen, wenn Normalverdiener sich illegaler Mittel und Wege bedienen, um sich den direkten Draht zu den Toten weiter zu leisten.

Doch alles klappt nicht wie geplant. Bei seinem ersten, eigentlich simulierten, Auftritt als Medium hört Monster auf einmal wirklich die Stimmen der vermissten Verwandten. Am Anfang ist dies natürlich grandios für den Erfolg der Unternehmung, aber schon bald gehen die ganzen alten Leute, die ihm nun ständig im schrillen Tonfall ins Ohr brüllen, gewaltig auf die Nerven. Und somit macht er sich auf die Suche nach einem wahren Okkultisten, der ihn von der Plage befreien kann. Doch Doktor Horror passt das gar nicht, denn dieser baut ja auf ein gelungenes Unterfangen um die Haie in seinem Swimmingpool endlich mit Piranhas füttern zu können (Für das extra Körnchen Biss!). Er droht Monster mit fürchterlichen Dingen („Ich sage Ihnen, dass Deine Mutter Dich nicht mochte und Dich immer geschlagen hat!” „Ich verrate Deinen Fans, dass Du jeden Sonntag in die Kirche gehst!”), doch als dieser ihm die Kritik seines längst verstorbenen Vaters überbringt, erschlägt Doktor Horror Monster und verfüttert ihn dann sicherheitshalber an seine Haie. Doch während Doktor Horror in seinem Anwesen sitzt und jeden Moment mit dem Auftauchen der Polizei rechnet, interessiert sich diese wenig für das Verschwinden des Fernseh-Okkultisten. Aber das endlose Warten treibt Doktor Horror in den Wahnsinn. Jedes unschuldige Geräusch interpretiert er als einen Angriff auf seine Person. Seine Angestellten hat er längst entlassen; aus Angst, diese könnten Polizeispitzel sein. Und so lebt er alleine in seiner Villa, traut sich kaum aus seinem Schlafzimmer heraus und beginnt langsam aber sicher seinen einstmals einzigartigen Verstand zu verlieren. Zwar löst er zum Einschlafen immer noch mathematische Probleme wie die Riemannsche Vermutung, aber in seinen Träumen erscheint ihm immer der Geist von Monster, der so hell ist, dass man ihn gar nicht sehen kann.

Nach einigen Wochen dieser Tortur stellt sich Doktor Horror schließlich der Polizei. Diese hört sich seine Geschichte vom Töten eines Monsters in Ruhe an und bringt ihn dann in die Psychiatrie, wo er bis heute lebt.

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2 Responses to “Deine Geschichte IV: Tine”

  1. tine sagt:

    Das Deine Kreativität und die Ideen abhanden gekommen sein sollen, kann ich nicht bestätigen. Ich jedenfalls habe mich königlich amüsiert mit ‘meiner’ Geschichte, die ich außerordentlich kreativ, origignell und unterhaltsam finde. Du würdest mich jetzt wieder an Deinen Lieblingsspruch, was meine und so viele andere Persoen betrifft, erinnern, aber ich widerspreche entschieden, für mich und die vielen Anderen.

    Tine

  2. I like it whenever people get together and share views. Great blog, keep it up!

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