Adventskalender 8

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The Polar Express / Der Polarexpress (IMDB)

English version below the stars.

„Der Polarexpress“ ist in erster Linie ein typischer für Kinder gemachter Weihnachtsfilm. Er basiert auf dem gleichnamigen Buch von Chris van Allsburg und erzählt die Geschichte eines unbenannt bleibenden Jungen, der an der Existenz des Weihnachtsmanns zu zweifeln beginnt. Aber in der Nacht vor Weihnachten hält vor seiner Haustür ein magischer Zug (namens, wer hätte es gedacht, Polarexpress) und nimmt ihn mit zum Nordpol um den Weihnachtsmann zu sehen.

Wenn man das erste Mal Bilder aus diesem Film sieht, glaubt man, es handle sich um einen Animationsfilm. Vielleicht wundert der ein oder andere sich darüber, warum Tom Hanks Name überall drauf steht, aber vielleicht spricht er ja nur eine der Figuren. Tatsächlich ist er aber der Darsteller fast aller größeren Rollen – inklusive des Helden, des Schaffners des Zuges und sogar vom Weihnachtsmann. Abgesehen vom Schaffner sieht allerdings keiner aus wie Tom Hanks. Das liegt wiederum daran, dass eine neue (oder zumindest in 2004 neue) Technologie genutzt wurde, um den Film zu machen – 3D Motion Capture. Alle Szenen wurden wirklich geschauspielert und gefilmt und hinterher wurden diese dann „angemalt“ wie sie aussehen sollten. Und somit kann Tom Hanks alle Hauptrollen in einem Film spielen und die diversen Kinder können alle von Erwachsenen dargestellt werden. (Einem breiten Publikum dürfte diese Methode von Gollum aus den Herr der Ringe Filmen bekannt sein.) Die gleiche Technologie, oder eher ihre Weiterentwicklung, kann man zurzeit im Kino bewundern – im Film „Beowulf“. Allerdings scheinen sich die Kritiker ziemlich einig zu sein, dass dies der einzige Grund ist, den Film zu sehen.

Verantwortlich für beide Filme ist Robert Zemeckis and Filmfreunde werden natürlich wissen, dass er schon immer ein Faible für Spezialeffekte und neue Technologien hatte – man möge sich nur an „Zurück in die Zukunft“ und „Forrest Gump“ erinnern. „Der Polarexpress“ ist aber natürlich mehr als eine Vorführung der Technologie, besonders da diese noch weit davon entfernt war, perfekt zu sein. Insbesondere die Gesichtsausdrücke wirken äußerst steril und nicht lebensecht.

Abgesehen davon, lohnt es sich also, den Film zu sehen? Nunja, die Handlung ist vielleicht etwas arg einfach, aber in einem Kinderfilm kann man darüber vielleicht hinwegsehen. Nicht hinwegsehen kann man aber bei der dubiosen Moral der Geschichte: „Zu sehen heißt zu glauben.“ Wie jeder halbwegs intelligente Mensch über 12 weiß, ist das genaue Gegenteil der Fall. Denn wenn man etwas gesehen hat, muss man nicht mehr daran glauben. Glaube ist nur dort nötig, wo ein Beweis (oder Gegenbeweis) nicht möglich ist. Wenn man also das Ziel hat, Kindern eine Geschichte zu erzählen, die die Magie des Weihnachtsmanns aufrechterhält, sollte man ihnen nicht erzählen, dass sie ihn sehen müssen, um an ihn zu glauben.

Sehr positiv erwähnenswert ist hingegen der Soundtrack des Films. Die Musik passt perfekt zum Film und insbesondere die Kombination aus bekannten Weihnachtsliedern und Eigenkreationen ist sehr gelungen – besonders in den musikalischen Szenen. Was interessante Zugfahrten angeht, ist diese wohl eine der besten. „Es ist nicht wichtig, wohin der Zug fährt, sondern ob man sich entscheidet, mitzufahren.“ Wenn man nicht gerade an neuer Filmtechnologie interessiert ist, sollte man mit dem Polarexpress wohl besser nicht mitfahren.

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“The Polar Express” is in many ways a straightforward Christmas movie tailored for kids. It’s based on the book by Chris van Allsburg and tells the story of an unnamed boy who starts to doubt Santa. But in the night before Christmas, a magical train arrives (named, who would have guessed, Polar Express) and takes him to the North Pole to see Santa.

When you first see pictures from this movie, you think it is animated. You may wonder why it boldly announces the involvement of Tom Hanks, but he could just be a voice actor. But in fact, he is the actor of most of the mayor roles – including the boy, the train conductor and even Santa himself. Yet apart from the train conductor, they all look nothing like Tom Hanks. The reason is that a new (in 2004) technology was used to make this movie – 3D motion capturing. Everything was actually acted and then later “painted” in the way it should look – and so Tom Hanks can play all major roles in the movie and all the children can be portrayed by adult actors. (Most people probably have seen this technique in effect on Gollum in the Lord of the Rings movies.) The same technology, or rather how much it has improved, can be seen in cinemas right now in the movie “Beowulf” – though if you trust movie critics, that is the only reason to see the movie.

Robert Zemeckis is the person responsible for both these movies, and movie buffs will know that he always was interested in special effects and new technology – just remember “Back to the Future” or “Forrest Gump”. Yet this movie is more than just a showcase for a new technology, especially since it still had some kinks in that time – much of the acting, especially the facial expressions, seems sterile and not very lifelike.

But apart of the technology, what are the merits of “The Polar Express” and what are its flaws? The story is maybe just a little too simple, but in a movie tailored to a young audience that is excusable. Not really excusable, however, is the message the movie sends (and even plainly states several times): “Seeing is believing.” As every halfway intelligent person is aware at age 12, the opposite is true. If you can see something, you don’t need to believe in it anymore. You can only believe in things that can not be proven (or disproven). So especially if your goal as a storyteller is to help children believe in the magic that is Santa Claus, you shouldn’t tell them that in order to believe in him, they need to see him.

A very positive thing, however, is the soundtrack of the film. The score fits the movie nicely and the combination of famous Christmas songs and songs written for the movie works nicely – especially in the few musical scenes. And as far as interesting train rides go, this one is probably among the best. “It doesn’t matter where the train is going; it matters whether you decide to get on.” And unless you are interested in new film technology, it’s probably better to stay of the Polar Express.

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