Ausgeschlafen

Meinen Schlafrythmus als ungewöhnlich zu bezeichnen ist die einfachste Sache der Welt. Denn wenn man nachts arbeitet, und gleichzeitig schon gelegentlich Dinge am Tag zu tun hat oder auch einfach nur Tageslicht sehen will, lassen sich keine festen Bettzeiten finden. Nacht Arbeitsnächten schlafe ich meist von ungefähr 8 bis 14 Uhr – oder auch noch weniger. Wenn ich mal länger schlafen will, stelle ich fest, dass ich nach sechs Stunden einfach wach werde und egal wie müde ich bin, einfach nicht wieder einschlafen kann.

Am Wochenende, also Freitag bis Sonntag, stehe ich meist früher auf. In den meisten Wochen heißt das, ganz wenig Schlaf am Freitagmorgen, dann früh (also so gegen Mitternacht) ins Bett und Samstag zu einer normalen Zeit, sagen wir 8, aufstehen. Samstag Nacht kann ich dann nicht schlafen und deswegen stehe ich Sonntags erst wieder nachmittags auf, um die anstehende Nachtschicht wenigstens im Halbschlaf zu überstehen.

Das ich aber mal in einer Nacht mehr als 6 Stunden geschlafen habe ist verdammt lange her. Und dass ich mal nicht in einer halben Trance, totmüde, durch die Gegend gelaufen bin, auch. Gestern hat mich dies dann eingeholt und ich bin schon um 2 Uhr eingeschlafen. Und habe es heute morgen um 8 geschafft, noch einmal einzuschlafen und bin tatsächlich bis 13 Uhr im Bett liegen geblieben. 11 Stunden am Stück zwar nicht durchgeschlafen, aber zumindest “geruht”. Das doppelte von einer normalen Nacht. Es ging mir so gut wie seit Wochen nicht. Ich war hellwach und topfit. Ich habe das Leben um mich wahrgenommen. Es war einfach nur schön. Und ich habe mich sehr darauf gefreut, mit Mark ins Kino zu gehen. Ich wusste nichts über den Film, aber Mark hatte viel gutes gehört und so haben wir dann “Once Upon a Time in Anatolia” (Bir zamanlar Anadolu’da), einen türkischen Cannes-Gewinner, gesehen.

Der Film ist zwei ein halb Stunden lang. Aber er fühlt sich nicht so lange an. Nein, vielmehr fühlt er sich wie fünf Stunden an. Er zieht sich und zieht sich und zieht sich und ist einfach nur grauenvoll. Es gibt zwei, drei gute Szenen und wenn er eine Stunde kürzer wäre, wäre er vielleicht ertragbar. Aber so ist er das beste Beispiel für die hyper-realistischen Filme europäischer Herkunft, die ach wie gelobt werden, obwohl sie keine Handlung, keine interessanten Charaktere, oder sonst irgendetwas Positives haben. Okay, man lernt also die Arbeit regionaler Polizisten in der Türkei sehr gut kennen, aber warum sollte man das wollen? Das einzig Positive an dem Film war, wie gut Mark und ich hinterher darüber herziehen konnten.

Das mit Abstand negativste war jedoch, dass meine ganze Energie, mein ganzes Gefühl endlich mal wach zu sein, wie weggeblasen war. Ich bin schon wieder totmüde und geistere wie ein Zombie durch die Gegend. Ideale Vorrausetzungen um gleich zur Arbeit zu gehen. Es ist also alles wie immer. Zum Glück habe ich nur noch fünf Nächte übrig. Und immer noch große und sehr positive Neuigkeiten, die ich hier verkünden muss. Aber dafür muss ich etwas ausgeschlafener sein…

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