Der Ball-Leistungsschalter

Ich hatte ja vor einigen Wochen doch ernste Bedenken, als ich über “The Night Guy” geschrieben habe. Nicht ganz unberechtigt, wie sich einige Zeit später herausstellte, als einige meiner Kollegen meinen Blog fanden und natürlich sofort wussten, um wen es ging und um welche Geschichte es sich handelt. Gut, das “Finden” meines Blogs lag wohl darin begründet, dass ich Doosh und Mark gefragt habe, ob sie etwas dagegen hätten, wenn ich das Panorama-Bild von ihnen an der Rezeption dort veröffentliche. Aber die Schuldfrage mal ganz außen vor gelassen kannten die beiden nun die Adresse und hatten auch dank der Übersetzungskünste von Google großen Spass daran, den ein oder anderen Eintrag zu lesen.

Und diesen Übersetzungskünsten ist nun auch der Titel dieses Eintrags geschuldet. Denn eine wörtliche Übersetzung ins Englische ist die einzige Möglichkeit, wie man diesen verstehen kann. Ich werde nämlich nun über den knallharten Ball-Leistungsschalter schreiben, der hier als Assistenzmanager arbeitet.

Sein Name ist Doosh oder besser gesagt Dooshyant, aber so nennt ihn niemand. Denn wenn man das macht, bricht er einem die Beine. Oder auch die Bälle. Das kommt etwas auf die Tagesform an. Ursprünglich kommt er aus Mauritius, ist aber schon seit einigen Jahren in Australien und hier angestellt. Anfangs war ich der Auffassung, dass er ein echt netter Kerl sei, schwer in Ordnung sozusagen. Bei meinem Bewerbungsgespräch hat er den Großteil des Redens übernommen und gute Argumente dafür vorgelegt, warum dieser Job hier kein guter sei. Ich war jedoch zu größenwahnsinnig um auf ihn zu hören und habe das Stellenangebot trotzdem angenommen. Und er war wohl doch auch sehr froh darüber, da er ja dadurch nicht mehr nachts einspringen musste.

Die ersten Wochen war er auch echt nett zu mir, aber irgendwann hat sich das geändert. Seitdem zerschlägt er nur noch meine Koteletts. Er kommt morgens entweder überpünktlich und fängt dann mit seinen sadistischen Spielereien an oder er kommt erst auf den allerletzten Drücker oder sogar zu spät und hält mich dann noch so lange auf, dass ich niemals genug Schlaf bekomme. Diese hinterlistigen Gemeinheiten treibt er soweit, dass er mir sogar Hilfe beim Autokauf angeboten hat. Hilfe, von der ich weiß, dass sie, dolchstoßgleich, sich als hinterrücks durchgeführtes Steine in den Weg legen herausstellen wird.

Eine seiner liebsten Beschäftigungen ist es zu versuchen, mich als eine Art besseren Sklaven einzustellen, als seinen Lehrling in der wichtigen Position des Assistenzmanagers. Er bietet mir dabei den Mindestlohn zu zahlen an, während er durch die Weltgeschichte reist. Und ich als armer und gebeutelter Backpacker kann gar nicht anders als über diesen Vorschlag wie eine tatsächliche Alternative nachzudenken.

Ein andernmal hat er versucht, mich mit seinem Mittagessen zu vergiften. Es ist gut, dass ich gelernt habe, Essen in meiner Wange wie ein Hamster ein bisschen zu bunkern, denn sonst wäre ich sicher dem ungemein schmackhaften, aber eben giftigen Essen, zum Opfer gefallen.

Auch sonst scheint seine Hauptaufgabe darin zu bestehen, mir das Leben wo es nur irgendwie geht schwerer zu machen. Was mich ja eigentlich für die Position als sein Lehrling prädestiniert. Denn schließlich ist niemand so gut darin, mich vor unüberwindbare Aufgaben zu stellen wie ich es bin. Der Schüler würde dann also ganz schnell zum Lehrer werden. Wobei ich mir nicht so ganz sicher bin, dass ich wirklich möchte, dass Doosh noch weitere Ideen bekommt, wie er seine dämonischen Triebe ausnutzen kann…

Dem geneigten Leser dürfte jetzt sicherlich schon klar sein, dass dieser Eintrag mit einem Korn Salz zu nehmen ist. Ich bin aber überzeugt davon, dass es die gerechte Strafe für so viele gute Taten ist.

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