Die 10 Ungeschriebenen Regeln der Nachtarbeit

Vor einiger Zeit habe ich für einen anderen Blog (den, wo ich fürs Schreiben bezahlt werde und das nicht nur aus der Güte meines Herzens mache) einen Artikel namens “The 10 Unwritten Rules of Working Remotely” geschrieben. In Anlehnung daran – und weil man jede gute Idee ein zweites Mal verwenden sollte – jetzt also dieser Artikel über die Besonderheiten der Nachtarbeit. Denn mit inzwischen fast drei Monaten Erfahrung in der Nachtschicht bin ich ja schon fast eine graue Emminenz auf diesem Gebiet und damit auf jeden Fall bestens qualifiziert, über die ungeschriebenen Gesetze der Nachtarbeit zu schreiben. Und diese damit zu geschriebenen Gesetzen zu machen… Vielleicht sollte eines dieser Gesetze sein, dass man nach der Arbeit direkt ins Bett geht und nicht noch andere Dinge versucht fertig zu machen.

Verlasse das Haus gleich nach dem Aufstehen

Das gilt natürlich doppelt, wenn man auch noch an seinem Arbeitsplatz wohnt. Aber auch andernfalls gilt, dass man andernfalls nichts mehr von der Welt da draußen mitbekommt. Fast wie in einer normalen Festanstellung.

Suche und finde Sonnenschein

Zwanzig Minuten direkte Sonneneinstrahlung am Tag braucht man, um den Vitamin-D-Bedarf zu decken. In den Wintermonaten, wenn es um 17 Uhr schon wieder dunkel wird, ist das eine echte Herausforderung. Nichts ist also so wichtig wie eine ganz eigene Lösung zu finden, wie man an diese zwanzig Minuten Sonnenschein kommt. Für mich ist dies das Joggen direkt nach dem Aufstehen. Auch wenn das zurzeit mehr Regen bringt.

Vergesse vor lauter Langeweile nicht die anstehenden Aufgaben

Wenn man irgendwo am Fließband arbeitet, mag dies nicht gelten, aber für Aufgaben wie die meine ist es unabdinglich, dass es sehr langweilige Zeiten geben wird. Gerade wenn die Nebensaison gekommen ist und generell nicht mehr viel zu tun ist. Und so bin ich dann häufig schon nach drei Stunden meiner acht-Stunden-Schicht mit allem fertig. Und was dann folgt ist Langeweile, die ich ganz gut zu füllen weiß. Manchmal zu gut, wenn ich dann auf einmal feststelle, dass es schon viertel nach fünf ist und ich die Küche noch nicht wieder aufgeschlossen habe. Also: immer auf die Zeit achten und bloß nicht vergessen, was noch gemacht werden muss!

Habe immer ein Buch dabei

Die beste Lösung für mich, um die vielen langen Stunden zu füllen, ist es zu lesen. Das Internet bietet dafür ja bekanntlich unzählige Möglichkeiten. Aber es kann einfach kein gutes Buch ersetzen. Deswegen sollte man immer (mindestens) eins dabei haben. Und sich daran gewöhnen, nie lange das gleiche dabei zu haben.

Mitternachtssnacks sind erst der Anfang

In den ersten Wochen habe ich nachts praktisch gar nichts gegessen. Es war einfach zu komisch, um drei Uhr morgens eine “Mittagspause” einzulegen. Aber auf Dauer merkt man doch, dass so acht Stunden ohne jegliche Nahrungsaufnahme nicht funktionieren können. Mitternachtssnacks sind dabei eine ganz gute Variante, auch wenn sie ein paar Stunden später kommen. Noch besser ist aber eine richtige Mahlzeit. Egal wie komisch es sich anfühlt, um die Zeit zu essen, auf Dauer hilft es dabei, mit den negativen Effekten der Nachtarbeit umzugehen.

Zieh Dich warm an

Wie heißt es so schön: “Nachts ist es kälter als draußen”. Und das stimmt auch. Man muss nicht irgendwo in der Wüste sein um zu erleben, wie sehr die Nächte abkühlen können. Nur im T-Shirt zur Arbeit zu erscheinen ist also keine gute Idee, selbst wenn es tagsüber 25° warm war. Jetzt, da hier Winter ist, trage ich nicht nur einen Pullover, sondern  auch einen Schal. Mein Hals dankt es mir.

Sechs Stunden Schlaf sind auf Dauer nicht genug

Wer glaubt, es sei komisch, um drei Uhr morgens zu essen – und das sind ja fast alle Menschen – der wird auch nur schwer daran Gefallen finden, den Tag zu verschlafen. Ich bin kein ausgewiesener Frühaufsteher, aber bis am späten Nachmittag im Bett zu liegen behagt mir dann doch auch nicht so recht. Und so versuche ich, rechtzeitig vor Sonnenuntergang aufzustehen. Aber jede Nacht nur sechs Stunden zu schlafen geht an die Substanz, man muss also Möglichkeiten finden, anderweitig Entspannung zu finden.

Aber mehr ist auch nicht wirklich hilfreich

Aber dies ist die Krux der ganzen Sache. Denn selbst wenn man sich mühsam antrainiert hat, erst am späten Nachmittag aufzuwachen, bemerkt man bald, dass dann das Leben völlig an einem vorbeigeht. Dies ist wohl das zentrale Problem und der größte Nachteil der Nachtarbeit. Man kann einfach nicht die richtige Menge Schlaf bekommen, ohne zu große Opfer zu bringen. Vor allem, wenn es einem wie mir geht und man nach den langen Nächten dann am nächsten Morgen überhaupt nicht mehr einschlafen kann. Glaubt mir, es gibt nichts Grausameres als um 10 Uhr morgens immer noch völlig übermüdet durch die Gegend zu laufen.

Genieße die langen Party-Nächte, aber sehe ein wenn es vorbei ist

Der Vorteil, wenn man es gewohnt ist, die ganze Nacht wach zu bleiben ist natürlich an den Wochenendstagen zu erleben, wenn man garantiert nie wieder zu müde ist, um noch ein bisschen weiter zu feiern. Man muss diese Momente einfach genießen, man muss aber auch einsehen, dass es nicht allen so geht. Die meisten Menschen wollen um drei Uhr morgens einfach schlafen gehen – lasse sie und lese lieber noch ein bisschen.

Behalte den Rythmus am Wochenende bei

Doch nicht nur für die Party-Nächte machen es sinnvoll, am Wochenende den Rythmus beizubehalten. So versuchend es ist, etwas mehr Tageslicht zu sehen, der Körper spielt da einfach nicht mit. Dies ist vielleicht die wichtigste ungeschriebene Regel und die, die ich nie befolge. Aber wie es einem geht, wenn man statt um 14 Uhr schon um 6:30 aufgestanden ist, brauche ich wohl niemanden zu erklären…

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