Picture/Data Dump

Ich bin jetzt seit über vier Monaten in Melbourne und habe praktisch nichts über das Leben in dieser Stadt geschrieben. Und weil es mir gerade etwas an Ideen für durchdachte Einträge fehlt, folgt nun hier einen Sammlung von Fotos und Anekdoten aus meiner Zeit in Melbourne. Keine richtigen Geschichten, keine tiefen Betrachtungen, nur ein Überblick über das Oberflächliche, was dann vielleicht zusammengenommen einen kleinen Eindruck von meinem Leben hier vermittelt.

Ich versuche, der Chronologie zu folgen, von Anfang Oktober bis in den Februar hinein, kann aber für nichts garantieren. Vorab schon vielen Dank an Marius und Aman für das Zurverfügungstellen ihrer Bilder. Und weil ich ein paar von facebook genommen habe, bin ich sogar im ein oder anderen zu sehen.

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Eines der frühen Highlights war die letze Etappe der Jayco Herald Sun Tour, der zweitwichtigsten australischen Rad-Rundfahrt. Im Oktober für viele Fahrer der Saisonabschluss, mit einem Rundkurs in Melbourne. Und da ich früh da war, habe ich mich nahe der Ziellinie positionieren können:

Die Bilder vom Rennen sind leider nicht gut geworden, deswegen diese Impression kurz vor dem Start.

Die Bilder vom Rennen sind leider nicht gut geworden, deswegen diese Impression kurz vor dem Start.

Der Sieger war dann, wie von mir erwartet und erhofft, Marcel Kittel. Der Name des jungen Deutschen Sprinttalents ist vielleicht dem Ein oder Anderen geläufig, da er erst vor wenigen Wochen in der ARD haltlosen Dopinganschuldigungen ausgesetzt wurde. Er hat, wie sollte es anders sein, natürlich mit einem Sieg reagiert. Und so sieht das dann bei der Siegerehrung aus:

Marcel Kittel im Skil-Shimano Trikot

Marcel Kittel im Skil-Shimano Trikot

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Im Oktober war ich, wie man in diesem Blog auch nachlesen kann, häufig nicht so gut drauf und hatte auch wenige Sozialkontakte. Einzige Ausnahme war der Holländer Rens, mit dem ich viel Zeit verbracht habe und darüber auch weitere Leute kennengelernt habe. Bezeichnenderweise kann ich mich allerdings an keinen anderen Namen mehr erinnern…

Jedenfalls hatten wir gehört, dass es neben dem Eureka Sky Deck, der Aussichtsplatform im 88. Stock des höchsten Gebäudes der Stadt, auch noch eine im zweithöchsten Gebäude gibt. Ich habe zwar im Internet rausgefunden, dass diese vor Jahren zugemacht hat und dort jetzt ein sehr exklusives Restaurant ist, aber den anderen war dies reichlich egal. Wir sind also hin mit der Absicht, in den Eingangsbereich des Restaurants zu marschieren und uns ein wenig umzuschauen, bevor sie uns sagen können, dass leider kein Tisch für uns frei ist. Und so sind wir dann mit sieben Leuten dahin – und haben im Aufzug festgestellt, dass dieser nicht im 55. Stock hält. Aber wie das in solchen Fällen dann ist, wenn man so viele tollkühne Leute gesammelt hat, kam dann jemand auf die Idee, einfach in den 54. Stock zu fahren und dann die Treppe zu nehmen. Wir sind also im Eingangsbereich des Melbourner Büros von Bain Consulting gelandet, wo glücklicherweise niemand war. Und dann ins Treppenhaus um nach oben zu kommen. Wo dann natürlich die Tür vom Treppenhaus aus nicht zu öffnen war. Ebenso wenig wie die im 54. Stock. Ich habe mich schon auf den Abstieg gefreut als Rens feststellte, dass allerdings eine der kleinen Türen aufging – und so standen wir dann plötzlich in der Küche des Restaurants.

Dort wollten sie uns eigentlich im Lastenaufzug wieder runterschicken, aber die eilig herbeigerufene Empfangsdame hat uns dann doch den normalen Aufzug angeboten. Was zur Folge hatte, dass sieben sehr touristisch aussehende Leute durch das Nobelrestaurant gelaufen sind und dann noch solange gehandelt haben, bis wir uns im Foyer umschauen durften und dann auch die Aussicht genießen konnten. Was sich durchaus gelohnt.

Die Skyline der South Bank mit dem Botanischen Garten im Hintergrund.

Die Skyline der South Bank mit dem Botanischen Garten im Hintergrund.

Das große Gebäude links im Bild ist übrigens das Eureka. Und da kostet der Eintritt $17,50 – Geld, welches ich eher nicht ausgegeben hätte.

Irgendwo da unten sitze ich gerade.

Irgendwo da unten sitze ich gerade.

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Mit Maud, Nathan und Marius war ich Anfang Dezember – im November ist offensichtlich nichts Interessantes passiert – in St. Kilda und wir haben die Pinguine angeguckt. Die Bilder von denen sind allerdings nichts geworden, angesichts der Dunkelheit. Dafür dieser Blick auf die Stadt, ganz besonders für meine Schwester, der das bekannt vorkommen dürfte. Nur der blaue Himmel nicht so.

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Im Anschluss waren wir noch in einer Bar die sich Apartment 29 nennt. Marius hat dort die Badewanne ausprobiert, während Maud auf mehr Bier wartet.

Moment, Maud trinkt gar kein Bier. Nur "fruit juice" und "fish water".

Moment, Maud trinkt gar kein Bier. Nur "fruit juice" und "fish water".

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Einen Tag war ich alleine in Brighton und genauer gesagt am Brighton Beach. Deutlich schöner als St. Kilda hat es mir dort so gut gefallen, dass ich mir einen ordentlichen Sonnenbrand geholt habe. Davon gibt es allerdings kein Bild. Dafür dieses von den Brighton Beach Houses, die von Nahem noch unterhaltsamer aussehen.

Vielleicht hätte ich besser nur einen Ausschnitt des Bildes verwendet?

Vielleicht hätte ich besser nur einen Ausschnitt des Bildes verwendet?

Brighton war wirklich sehr schön und ich wollte eigentlich immer noch mal mit ein bisschen mehr Zeit hin – aber immerhin habe ich es (bisher) noch nicht geschafft. Mal gucken, ob es mir bis Donnerstag noch gelingt oder ob ich es für meine Rückkehr hierher aufheben muss.

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Ein bedeutender Bestandteil meines Lebens im Hostel ist die Dachterasse des Ganzen. Hier ein Bild vom Sonnenuntergang von dort oben aus, aufgenommen von Marius.

Blick nach Docklands

Blick nach Docklands

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Die Geschichten zu Weihnachten hatte ich ja eigentlich alle ausführlich aufgeschrieben. Hier noch ein paar Bilder, nur 6 Wochen zu spät.

Aman und Maud schaffen es nur, die Keksdosen im Vordergrund zu ignorieren, weil sie schon ganz viele gegessen haben.

Aman und Maud schaffen es nur, die Keksdosen im Vordergrund zu ignorieren, weil sie schon ganz viele gegessen haben.

Weihnachtsdekoration an der Flinders Street Station. Bild von Marius.

Weihnachtsdekoration an der Flinders Street Station. Bild von Marius.

Dieser "Weihnachtsbaum" in Docklands ist selbst für australische Verhältnisse ungewöhnlich.

Dieser "Weihnachtsbaum" in Docklands ist selbst für australische Verhältnisse ungewöhnlich.

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Ebenfalls schon erwähnt hatte ich, dass ich in der City Library war um Neil Gaiman und Amanda Palmer zuzuhören. Hier auch der fotografische Beweis, zumindest was Neil angeht.

Die schlechte Qualität liegt an den Lichtverhältnissen und der Kamera und hat nichts mit meinen fotografischen Fähigkeiten zu tun.

Die schlechte Qualität liegt an den Lichtverhältnissen und der Kamera und hat nichts mit meinen fotografischen Fähigkeiten zu tun.

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Über meine Silvester-Party würde ich am Liebsten den Mantel des Schweigens decken und bin sehr froh darüber, dass es davon nicht viele Bilder gibt. Hier nur eins von mir und Ashleingh, aufgenommen von Aman, bei der legendären Party auf dem wohl besten Balkon Melbournes.

Ein Bild voller Kontraste...

Ein Bild voller Kontraste...

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Nathan, Christoph, Maud (vlnr)

Nathan, Christoph, Maud (vlnr)

Wie es sich gehört haben wir den Australia Day, den australischen Nationalfeiertag am 26. Januar, mit Bier und Barbecue gefeiert. Allerdings ganz ohne (gebürtige) Australier. Hier ein Bild von Aman. Keine Ahnung, warum ich da so verschmitzt grinse. Nathan und Maud waren jedenfalls auch gut drauf.

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Zwei Wochen lang gab es in ganz Melbourne nur ein Thema: die Australian Open. Egal wo man hinkam, jeder sprach darüber. Die Standardfrage im Hostel war nicht mehr “Where are you from?” sondern “Are you here for the tennis?”. Und die Standardantwort war natürlich Ja. Zwei Wochen gab es auch im Fernsehen nichts anderes zu sehen. Und trotz vieler guter Spiele war ich es am Ende ziemlich leid.

Aber zum Glück nicht an dem Tag, als ich selber da war. Letzte Chance um mit einem Ground Pass ein paar gute Spiele zu sehen – und ich habe für die Karte noch nicht mal bezahlen müssen. Und so habe ich gut sieben Stunden bei toller Atmosphäre in der Sonne gebraten und habe die Spieler bemitleidet. Ich habe einige Doppel gesehen, aber das Highlight kam am Ende, als das Achtelfinale zwischen Juan Martin del Potro und Philipp Kohlschreiber in der Margaret Court Arena zu sehen war. Von meinem Platz in der zweiten Reihe aus konnte ich das Spiel gut verfolgen.

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Kohlschreiber, wie es sich gehört, in weiß

Ich fürchte, den Punkt hat er trotz allem Einsatz nicht gewonnen.

Ich fürchte, den Punkt hat er trotz allem Einsatz nicht gewonnen.

Leider ist es nicht ganz so einfach, gute Bilder von einem so schnellen Sport zu machen. Aber hier immerhin einmal Kohlschreiber in Aktion:

Noch bedauerlicher war allerdings, wie schnell es vorbei war und wie schnell  sich der letzte verbliebende Deutsche aus dem Turnier verabschiedet hatte. Nach drei Sätzen also der klassische Handschlag

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und dann war es das. Gut nur für meinen Kontostand, hatte ich doch geschworen eine Karte für das Viertelfinale zu kaufen, sollte Kohlschreiber gegen Roger Federer spielen.

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Vor einigen Wochen sind das Lisa und Nina, zwei echte Solinger, nach Melbourne gekommen. Lisa kannte ich schon, habe ich aber bestimmt zehn Jahre nicht gesehen. Es war ein schönes Wiedersehen und gemeinsam mit den beiden habe ich dann eine Rundfahrt auf dem Yarra River gemacht. Auf den Bildern kann man gut erkennen, dass Melbourne immer noch im gewaltigen Tempo wächst.

Blick auf Docklands und dahinter den CBD/die Innenstadt.

Blick auf Docklands und dahinter den CBD/die Innenstadt.

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Last but not least sollte ich vielleicht das Essen erwähnen. Denn irgendwie schaffe ich es in Melbourne ständig gut zu Essen. Egal ob von Aman indisch bekocht oder von Karos japanischen Freunden mit selbstgemachten Sushi bedacht, besser geht es immer noch wenn Mauds und Nathans Mitbewohner/Vermieter Kritin zum Festschmaus im Thai- oder koreanischen Restaurant einlädt. Letzten Dienstag waren wir angesichts des Geburtstag seiner französischen Mitbewohnerin Agathe beim koreanischen Barbecue, gemeinsam mit ihrem Freund Valentin, dem weiteren Mitbewohner Tony und Karoline. Und da ist es ganz einfach, viel zu viel zu essen. Ein kleiner Eindruck:

Die beiden Grillplatten sind rechts und links von diesen Beilagen...

Die beiden Grillplatten sind rechts und links von diesen Beilagen...

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Dies ist wirklich nur ein kleiner Eindruck von meinem Leben in dieser faszinierenden Stadt. Die Auswahl ist sehr stark dadurch eingeschränkt, dass ich häufig keine Bilder mache und somit noch viele tausend Worte schreiben müsste, um von den Ausflügen in die verruchten Vorortpubs zu berichten. Oder vom Night Market. Oder von meinen häufigen Besuchen im Astor Theatre, einem Art-Deco-Kino, das noch aussieht wie 1936, aber mit modernster Technik ausgerüstet ist. Oder von der Einweihungsparty bei Alex, die eine Wohnung bezogen hat wo man nicht anders kann als neidisch zu sein. Ganz zu schweigen von den vielen Anekdoten meines Arbeitslebens. Vielleicht sollte ich wirklich eines Tages ein Buch über diese Zeit schreiben.

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6 Responses to “Picture/Data Dump”

  1. Charlotte sagt:

    Ich habe tatsächlich das fast identische Photo (inkl. des kleinen gelben Bootes). Leider kann ich es hier nicht posten. So wolkenverhangener Himmel hat doch schließlich auch was…

  2. Das weiß ich doch. Und entschuldige, dass es zwei Monate gedauert hat, bis Du das Bild zu sehen bekommen hast. Habe Maud, Nathan und Marius etwas damit genervt auf dem Pier von jeder Perspektive Fotos zu machen um Dir eins zu schicken…

  3. Charlotte sagt:

    Oh, das freut mich aber. Haben wir eigentlich in Byron Bay überhaupt Photos gemacht? Wenn ja, weißt du was zu tun ist.

  4. Ich habe in Byron 6 Fotos gemacht, die sind sogar in der fünfzehnminütigen Regenpause entstanden. Mal schauen, wie die neuen werden – das Wetter soll nächste Woche nicht so toll sein.

  5. Charlotte sagt:

    Regenpause?? Kann ich mich nicht dran erinnern.

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