Weihnachten in Melbourne, Teil 1

Ein paar Tage verspätet, aber da Ihr ja sowieso gerade alle im Urlaub seid oder andere Ausreden habt, nicht täglich zu schauen, ob ich etwas Neues geschrieben habe, ist das ja auch egal. Hier also der Bericht über mein Weihnachten in Melbourne. Ein Weihnachten, das kaum weniger weihnachtlich hätte sein können, aber trotzdem sehr schön und lustig war.

Angefangen hat Weihnachten sozusagen am 23., als ich es endlich fertig gebracht habe, ein paar Weihnachtsplätzchen zu backen. Um allerdings zu erklären, wie dies möglich wurde, muss ich etwas weiter ausholen und die Protagonisten meines Lebens in den letzten Wochen endlich mal (namentlich) erwähnen.

Angefangen hat alles mit Julius, einem jungen, sehr netten Deutschen, den ich Anfang Dezember hier kennengelernt habe. Über ihn habe ich noch vor seinem Umzug in ein anderes Hostel Marius kennengelernt, ebenfalls Deutscher und leider seit einer Woche auch weitergereist. Gemeinsam mit Marius habe ich die beiden Kanadier Nathan und Maud kennengelernt – er aus Calgary, sie aus Montreal. Ergänzt um die junge deutsche Lea, die schon fast solange hier in diesem Hostel ist wie ich, war dies meine “Clique” der letzten Wochen.

Maud und Nathan sind vor einiger Zeit in eine Wohnung umgezogen und da es hier im Hostel keinen Backofen gibt, habe ich mich also zu ihnen eingeladen, um dort Kekse zu backen. Aber letzten Mittwoch haben wir Marius Abschied gefeiert und dazu brachten Maud und Nathan dann Aman – einen Inder, der schon seit zehn Jahren in Australien lebt – mit. Aman war und ist ausgesprochen nett und extrem freundlich. Fast ein wenig zu freundlich. Wir kannten uns noch keine halbe Stunde als er mir das erste Mal gesagt hat, ich könnte jederzeit bei ihm vorbeikommen. Er hat dies dann immer wieder wiederholt und schließlich regelrecht darauf bestanden, dass ich zu ihm komme, um Plätzchen zu backen. Ich habe dies dann auch gemacht, allerdings sicherheitshalber Lea mitgenommen. Ein wenig nervös war ich schon…

Nathan und Maud kamen auch noch dazu und das Backen war ein voller Erfolg. Ungefähr 250 Chocolate Chip Cookies haben zwar nicht für Weihnachtsstimmung, aber volle Mägen und zufriedene Gesichter gesorgt. Und ich habe sie noch nicht mal alleine gegessen sondern ganz viele abgeben – an die vier “Helfer”, wobei nur Lea aktiv geholfen hat (und natürlich viel schönere Cookies geformt hat als ich), an einige andere Leute hier im Hostel und natürlich besonders an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an der Rezeption, um mich dort ein wenig einzuschleimen. Trotz meiner Unzufriedenheit mit dem Gelingen der Kekse scheinen sie den meisten sehr gemundet zu haben.

Und weil man Aman nicht besuchen kann, ohne etwas zu trinken, wurde es dann auch sonst noch ein lustiger Abend, dank Wein und Bier und grünem Tee. Wir sind dann weiter zum “Weihnachtssingen” gezogen, organisiert von einer “Kirche”, die sich, glaube ich, “Planet Shakers”, nennt. Das war allerdings nicht so interessant und so dauerte es nicht lange bis wir wieder bei Aman saßen und von Maud mitgebrachtes aufgewärmtes “butter chicken” aßen – sie hat leider nur einmal in dem indischen Restaurant probe-arbeiten dürfen.

Und morgen folgt dann die Fortsetzung der Geschichte, wenn Weihnachten am Heiligen Abend richtig anfängt.

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