Strohhalme. Schon wieder.

Es war ein komischer Tag. Schreibt er um halb sieben abends. Ich weiß, dass man den Tag nicht vor dem Abend loben soll, aber darf man schon vorzeitig Bilanz ziehen? In diesem Fall dürfte es auf keinen Fall ein Problem sein, denn egal was heute noch passieren wird (und ich vermute mal, dass es nicht viel sein wird), der Tag wird komisch bleiben. Komisch aber nicht lustig. Oder so. Keine Ahnung. Hat eigentlich irgendjemand eine Vorstellung davon, wie schwierig es ist, sein Leben so zu Papier zu bringen?

Ich bin heute morgen zwar mal wieder alles andere als ausgeschlafen, aber trotzdem bestens gelaunt aufgewacht. Völlig ohne speziellen Grund. Manchmal bin ich etwas besorgt ob meiner rapide in alle Richtungen ausschlagenden Stimmung, aber solange es sich auch nur immer mal wieder so anfühlt, als sei alles in Ordnung, werde ich einen Teufel tun und versuchen, daran etwas zu verändern.

Ich habe die “Arbeit” jedenfalls bestens gelaunt begonnen und mich nett mit den Mädels von der Rezeption unterhalten – gestern wäre das nicht möglich gewesen. Selbst die Bestätigung meiner Vermutung, dass ich ein Idiot bin und mir nur selber im Wege stehe, hat meine Stimmung nur wenig getrübt. Stattdessen wurde sie davon gehoben, dass ich von der Managerin des Hostels zur “Staff Christmas Party” am Donnerstag eingeladen wurde. Weiß nicht so genau, was mich da erwartet, aber es hat mich natürlich gefreut und es ist ein weiterer der Strohhalme, an die ich mich klammere. Ebenso wie mit Yoshi, einem Japaner der hier im Hostel arbeitet und den ich schon länger kenne, vereinbart zu haben, ihm morgen beim offiziellen BBQ des Hostels zu helfen und dafür mitessen zu dürfen. Kleinigkeiten, winzigste Schritte, aber es geht in die richtige Richtung.

Angesichts des strahlenden Sonnenscheins beschloss ich dann nach der Arbeit lieber weiter an meinem Sonnenbrand zu arbeiten und in den Park zu gehen, statt vernünftig vor dem Computer nach Arbeit zu suchen. Das war dann aber irgendwie nur langweilig und im Schatten war es auch recht kalt. Ich bin also weiter zur Bibliothek um noch ein wenig zu schaffen und habe natürlich genau nichts erreicht.

Jetzt zurück im Hostel und geplagt von der Unlust, Abendessen zuzubereiten. Aber man kann sich ja nicht von Keksen alleine ernähren, auch wenn ich dringend zunehmen muss. Also werde ich gleich mal Nudeln kochen. Und die machen ja bekanntlich auch glücklich. Es war nicht nur ein komischer Tag. Es war auch ein guter Tag.

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