Kontraste

Gestern morgen habe ich also endlich Bundaberg verlassen – Joe hat mich noch zum Bahnhof gebracht und tränenreich verabschiedet – und bin dann nachmittags in Brisbane angekommen. Und der Kontrast zu Bundaberg war von dem Moment, als ich aus dem Zug gestiegen bin, spürbar. Auf der einen Seite das verschlafene Farmnest, auf der anderen Seite die große Metropole. Ein Traum.

Als ich vor gut drei Monaten in Sydney angekommen bin, hat mich die große Stadt erschlagen. Ich liebe ja eigentlich Großstädte, habe mich dort immer wohler gefühlt als „auf dem Land“ und habe deswegen mich auch auf Sydney sehr gefreut. Aber die Stadt hat mich irgendwie überfordert, ich habe mich dort nie richtig heimisch gefühlt.

Ganz anders Brisbane. Vom ersten Moment an habe ich mich in diese Stadt verliebt. Natürlich deutlich kleiner als Sydney mit gerade mal anderthalb Millionen Einwohnern (Sydney hat vier), ist die Stadt doch viel lebhafter, jünger, interessanter. Aber vielleicht ist das auch nur der Kontrast zu Bundaberg. Dort hatte ich am Ende das Gefühl, dass ich jeden Menschen, der mir über den Weg läuft, kenne oder zumindest schon mal gesehen habe. Und ständig sind einem wirklich Leute begegnet, die man irgendwoher kannte – meist von der gemeinsamen Arbeit. Wie schön dagegen Brisbane, wo Anonymität noch gelebt wird, wo einen niemand auf der Straße erkennt und das nicht nur, weil man erst vor zehn Minuten angekommen ist.

Und wie schön auch der Kontrast zwischen den Hostels. Hier habe ich mir mal wieder das YHA gegönnt und die Zimmer sind natürlich sauber und bestens ausgestattet – wie schön, seine Wertsachen und schmutzige Wäsche (man weiß ja nie, was wegkommt) wieder einschließen zu können.

Auf dem Zimmer dann aber alles wie immer – zwei andere Deutsche da. Aber auch nicht schlecht, so hat man gleich jemanden mit dem man sich unterhalten kann. Denn mit dem Englisch sprechen ist das in Australien gar nicht so einfach…

Dann habe ich ein bisschen die Stadt erkundet und auch wenn diese noch sehr von den Flutfolgen gezeichnet ist – alle Museen sind beispielsweise geschlossen – so gefällt es mir doch sehr gut. Ich weiß zwar jetzt noch nicht genau, wo ich meine dringend benötigte Dosis Kultur herbekommen soll, wenn die ganzen kostenlosen Angebote nicht vorhanden sind. Denn diese habe ich nach drei Monaten Abstinenz mehr als nötig. Aber ich bin mir sicher, dass Brisbane da noch etwas bieten wird – und wenn ich mir eine Theaterkarte gönne.

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One Response to “Kontraste”

  1. Charlotte sagt:

    Also, wenn ich komme wird aber Englisch gesprochen. Wie soll ich das denn sonst mir gegenüber noch als Studienreise verkaufen..

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